Rettung von Rehkitzen durch den Einsatz von Thermalkamera-Drohnen

Problemstellung

Schätzungen zufolge sterben in Österreich jährlich an die 25.000 Rehkitze einen qualvollen Tod beim Mähen von Feldern. Dies stellt ein großes Problem für die Wildtierpopulation dar und muss darüber hinaus auch aus ethischen Gründen unbedingt vermieden werden. Der Schutz von Wildtieren ist in Österreich im geltenden „Bundesgesetz über den Schutz der Tiere“ (kurz „Tierschutzgesetz – TschG“) geregelt.

Den Landwirten ist es während des Mähvorganges nahezu unmöglich, die vom Muttertier im Feld abgelegten Jungtiere zu erkennen und sie in Sicherheit zu bringen. Des Weiteren kommt es durch die vom Mähgerät erfassten Tierkadaver oft zur Verunreinigung von Futtermitteln, was wiederum die Gefahr von Vergiftung mit Todesfolge der damit gefütterten Nutztiere mit sich zieht. Auch andere Tierarten wie z.B. Igel, Hasen und gewisse Vögel können dem Mähen zum Opfer fallen und sollten daher ebenso aus der Gefahrenzone gerettet und in Felder umgesetzt werden welche vorerst nicht gemäht werden. Auch die psychologische Belastung die man erfährt wenn man diese Tiere auch nur ungewollt tötet ist nicht zu unterschätzen.

Aufgrund von diversen Faktoren wie der Wetterlage kann der exakte Zeitpunkt der Mahd oft nur kurzzeitig davor vom Landwirt definiert werden. Damit einhergehend ist die spontane Verfügbarkeit von Helfertrupps und deren Koordination nicht immer zu gewährleisten. Bei der reinen Suche nach den Wildtieren am Boden ergeben sich einige Probleme. Die Rettung macht nur direkt vor der anstehenden Mahd Sinn. Würde man die Rettung viele Stunden oder Tage zuvor durchführen, ist die Gefahr relativ groß, dass sich zuvor in Sicherheit gebrachte Tiere wieder in das Feld begeben. Die Suche vor der Morgendämmerung gestaltet sich wegen herrschender Dunkelheit als auch dem sogenannten „Duckverhalten“ der Rehkitze bei herannahender Gefahr besonders schwer, da die Tiere dabei, selbst wenn man direkt vor ihnen steht, im Hohen Gras kaum zu erkennen sind. Dadurch kann es passieren, dass man trotz durchgeführter Suche Tiere ihrem Schicksal überlässt.

Allgemeiner Lösungsansatz

Durch den zusätzlichen Einsatz von Drohnen, welche Tiere auch bei Dunkelheit mittels Thermalkamera aufspüren können, lässt sich die Rehkitzrettung effizienter, exakter und flexibler gestalten. Die Verwendung von moderner Drohnentechnologie hat in diesem Anwendungsfeld entscheidende Vorteile:

1.       Die hierfür genutzten Multi-Rotor-Drohnen sind sehr flexibel einsetzbar. Sie können beispielsweise von angrenzenden Feldwegen aus gestartet werden und ermöglichen einen raschen Überblick aus der Luft.

2.     Die Felder können systematisch unter der Verwendung der Wärmebildkamera nach Tieren abgesucht werden. Wird eine Wärmesignatur eines Tieres am Bildschirm erkannt, so wird die Drohne über der genauen Position darüber gehalten, um den Helfern am Boden Anweisungen zu geben und sie direkt zum Tier zu führen. Dadurch kommt man auch mit weniger Helfern aus als bei der Bodensuche in Kettenformation. Das Risiko, dass Tiere übersehen werden, kann bei korrekter Druchführung stark reduziert werden.

3.      Durch voranschreitende Entwicklungen bei der Drohnentechnik lassen sich mit aktuellen Geräten schon sehr praktikable Flugzeiten von mehr als 30 Minuten pro Akkuladung erzielen.

Auch der Akkutausch kann sehr schnell erfolgen und die Drohne ist in wenigen Minuten wieder einsatzbereit in der Luft. Dies ermöglicht einen reibungsloseren Ablauf und gewährleistet größere Feldflächen in kürzerer Zeit mit weniger personellem Aufwand absuchen zu können.

4.      Ein weiterer, gerade in der heutigen Zeit sehr relevanter Faktor ist die Klimafreundlichkeit von Drohnen. Durch ihren elektrischen Betrieb mittels wiederaufladbarer Energiespeicher ist ihr Einsatz CO2-neutral und klimafreundlich. Das spart auch Geld, da kein Treibstoff für die Flugeinsätze gekauft werden muss.  

Lösungsansatz AIRXBIG

Die AIRXBIG Projektentwicklungs GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, die selbst entwickelte Drohnenplattform, bestehend aus den 6 Komponenten Drohne, Hardware, Software, Sensorik, Analyse und Personal als "One-Stop-Shop" in Form eines Drones-as-a-Service (DaaS) für Kunden anzubieten und den Einsatz von Drohnen in allen Bereichen zu ermöglichen.

Zum Thema Rehkitzrettung bieten wir neben dem Verkauf der neuesten Drohnenhardware und Einschulung auf diese auch Schulungstermine mit Experten aus dem Bereich der Jagd an, wo wir auf langjährige Erfahrung und einen aktiven Wissensaustausch setzen. Des Weiteren streben wir eine gesamtheitliche und praxisorientierte Durchführung bei der Kitzrettung an.

Von der Planung und Organisation des Rettungsvorganges, über rechtliche Aspekte des Drohnenfluges bis hin zur optimalen Flugdurchführung sowie Handhabung im Feld gehen wir auf alle relevanten Themenbereiche ein. Wir wollen auch allgemein eine Plattform zur Vernetzung für Menschen sein, die Drohnentechnologie dafür nutzen, um einen Mehrwert zu bieten sowie auch um den Fortschritt in unserer Gesellschaft voranzutreiben.

Abbildung oben: Fund eines Rehkitzes im Feld (Foto: Johann Hackl)

Abbildung oben: Rehkitze in Sicherheit abgelegt (Foto: Johann Hackl)

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